Symptomorientierte Therapien II: Wenn die Blutbildung rückläufig ist

Durch die Vermehrung des Bindegewebes verödet das Knochenmark im Laufe der Erkrankung zunehmend und kann nicht mehr in ausreichenden Mengen neue Blutzellen bilden. Die Anzahl der Blutzellen geht immer weiter zurück. Besonders stark wirkt sich die Verfaserung des Knochenmarks auf die Blutplättchen und die roten Blutkörperchen aus.

Bluttransfusionen

In der späten Phase der Myelofibrose kommt es infolge der zunehmenden Verödung des  Knochenmarks zu einer ausgeprägten Blutarmut, die das Leistungsvermögen stark einschränkt. Sinkt der Blutfarbstoff Hämoglobin unter einen Wert von 8 g/dl, sind in der Regel Bluttransfusionen erforderlich, um den Mangel an roten Blutkörperchen auszugleichen.1

Darüber hinaus zeigen körpereigene Wachstumshormone gute Erfolge im Kampf gegen die Anämie. Allerdings sprechen nicht alle Patienten gleichermaßen auf Wirkstoffe wie Erythropoietin an. Außerdem kann deren Wirksamkeit im Laufe der Zeit nachlassen.

Erythropoietin

Erythropoietin (EPO) ist eine Möglichkeit, um die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen  und so einer Anämie entgegenzuwirken. Der synthetisch hergestellte Wachstumsfaktor fördert die Bildung und Reifung von Erythrozyten im Knochenmark. Meist dauert es mehrere Wochen, bis sich die Wirkung von EPO bemerkbar macht.1

Kortikosteroide

Kortikosteroide, wie Kortison, werden zum Beispiel zur Behandlung einer Blutarmut wie einer autoimmunhämolytische Anämie (AIAH) eingesetzt.1, 2, 3 Bei einer AIHA produziert das Immunsystem Abwehrstoffe gegen Bestandteile der eigenen roten Blutkörperchen. Diese Abwehrstoffe verändern die roten Blutkörperchen derart, dass das Immunsystem die eigentlich gesunden Blutzellen als gefährliche Fremdkörper erkennt und versucht sie zu vernichten.