Symptomorientierte Therapien III: Wenn die Milz stark vergrößert ist

Bei vielen Patienten kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer deutlichen Vergrößerung der Milz (Splenomegalie). Ab einer gewissen Größe übt das Organ zunehmenden Druck auf die anderen Bauchorgane aus und verdrängt diese. Dadurch kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Problemen bei der Nahrungsaufnahme oder bei der Verdauung kommen.1, 2 Mit dem seit einigen Jahren verfügbaren JAK2-Hemmer lässt sich die Größenzunahme der Milz wirksam eindämmen.1, 3 Für Patienten, bei denen das Medikament keine Wirkung zeigt, die starke Nebenwirkungen entwickeln oder die mit Begleiterkrankungen zu kämpfen haben, besteht die Möglichkeit, die Milz zu bestrahlen oder zu entfernen.1, 3

Milzbestrahlung

Bei der Milzbestrahlung wird die Milz mit energiereicher Strahlung behandelt. Die Strahlen schädigen die Zellen, sodass einige von ihnen absterben. Hierdurch lässt sich die Milz wirksam verkleinern. Die Maßnahme gilt als sehr wirkungsvoll, allerdings erholt sich die Milz in der Regel schnell und wächst erneut. In der Regel hält die Wirkung der Bestrahlung nicht länger als sechs Monate an.1, 4

Milzentfernung

Die operative Entfernung der Milz kann bei den Betroffenen zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens beitragen und alle Beschwerden lindern, die durch die Vergrößerung des Organs entstehen (z.B. Druckgefühl im Oberbauch, Verdauungsbeschwerden).

Allerdings handelt es sich bei einer Milzentfernung um einen sehr schweren Eingriff, der mit erheblichen Gesundheitsrisiken und einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden ist.1, 5 Außerdem kann die extramedulläre Blutbildung auf andere Organe wie z.B. die Leber verlagert werden.

1 Primäre Myelofibrose. Onkopedia Website. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/primaere-myelofibrose-pmf/. Stand Dezember 2018. 
2 Chapman J et al. StatPearls 2020. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430907/
3 Primäre Myelofibrose. MPN-Netzwerk. https://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_2018.pdf. 2018. 
4 Cervantes F. Blood Cancer 2011; 1 (10). doi: 10.1038/bcj.2011.36. 
5 Herold, G. Innere Medizin 2019. Köln: Selbstverlag; 2018.