Symptome – gibt es typische Anzeichen für eine Myelofibrose?

  • Nicht alle Krankheitszeichen sind typisch für eine Myelofibrose.
  • Im fortgeschrittenen Stadium kommt es häufig zu einer chronischen Erschöpfung (Fatigue), die die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann.
  • Typische Symptome einer Myelofibrose sind Leistungsminderung, Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust und eine erhöhte Infektanfälligkeit.
  • Zu den Komplikationen einer Myelofibrose zählen unter anderem Blutgerinnsel, die zu Thrombosen oder einem Milzinfarkt führen können.

Die Myelofibrose entwickelt sich schleichend und bereitet den Betroffenen oft lange Zeit keine Beschwerden. Sind Krankheitszeichen (Symptome) vorhanden, sind diese meist unspezifisch, das heißt, sie können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten oder ganz harmlose Ursachen haben.1, 2, 3

Symptome in der Frühphase der Erkrankung

Im Anfangsstadium spürt der Patient meist keine Krankheitsanzeichen. Allerdings kann bereits die Milz leicht vergrößert sein. Denn sie ist dafür verantwortlich, gealterte oder veränderte Blutzellen abzubauen. Diese sind in der Frühphase der Myelofibrose aufgrund der gesteigerten Blutbildung in besonders großen Mengen vorhanden.

Weitere Symptome im Krankheitsverlauf

Durch die zunehmende Verfaserung des Knochenmarks kommt die körpereigene Produktion an Blutzellen immer weiter zum Erliegen. Im Gegensatz zur frühen Erkrankungsphase zeigt sich im Blutbild nun ein Mangel an Blutplättchen und weißen Blutkörperchen. Eine verstärkte Blutungsneigung und eine erhöhte Infektanfälligkeit sind die Folge. Auch die Zahl der roten Blutkörperchen nimmt immer weiter ab, was zu einer immer stärker ausgeprägten Blutarmut (Anämie) führt. Häufig folgen im Verlauf der Erkrankung allgemeine Krankheitssymptome wie chronische Erschöpfung (Fatigue), Leistungsminderung, Fieber und Nachtschweiß. Fragebögen zur Symptomerfassung können den Arzt dabei unterstützen, den Allgemeinzustand zu überwachen.

Außerdem kann es – wie bei vielen anderen Krebsarten – auch bei der Myelofibrose zu einer ungewollten Gewichtsabnahme kommen.1, 2 Allerdings ist nicht jeder Gewichtsverlust automatisch ein Grund zur Sorge. Gerade kleinere Gewichtsschwankungen sind völlig normal. Sollten jedoch unbeabsichtigt innerhalb von sechs Monaten mehr als fünf Prozent des Gewichts verloren gehen, ist es ratsam, einen Arzt zu Rate zu ziehen, um eine ernstzunehmende Erkrankung auszuschließen.4

Darüber hinaus leiden viele Patienten an wiederkehrenden Knochenschmerzen. Da Milz und Leber oft deutlich vergrößert sind, haben viele Menschen zudem ein Druckgefühl im Oberbauch. Auch Sehstörungen, ein Flimmern vor den Augen und starker Juckreiz, der überwiegend beim Duschen oder Baden auftritt, können auf eine Myelofibrose hinweisen.1, 2, 3

Symptome einer Myelofibrose

Welche Komplikationen können bei einer Myelofibrose auftreten?

Gerade in der frühen Phase der Myelofibrose kommt es zu einer Überproduktion von Blutzellen, insbesondere der Blutplättchen und der weißen Blutkörperchen. Bei einigen Menschen kann es infolge der steigenden Zahl an Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefäßen (Thrombose) kommen.1, 2 Diese können schwerwiegende Folgen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall nach sich ziehen.3 In manchen Fällen entwickeln sich die Thrombosen in tief liegenden Blutgefäßen der Leber, was zu Lebererkrankungen wie einer Pfortaderthrombose oder einem Budd-Chiari-Syndrom führen kann. Als weitere Komplikation sind Durchblutungsstörungen der Milz möglich, die bis zum Gefäßverschluss (Milzinfarkt) reichen können. Ein Milzinfarkt macht sich durch akute Schmerzen im linken Oberbauch bemerkbar und erfordert sofortiges ärztliches Eingreifen. Des Weiteren berichten manche Patienten von Durchblutungsstörungen (Mikrozirkulationsstörungen), die sich als Kribbeln in Händen oder Füßen bemerkbar machen. Andere wiederum entwickeln migräneartige Sehstörungen (Flimmern vor den Augen) mit und ohne Kopfschmerzen. In der Spätphase der Erkrankung besteht eine erhöhte Blutungsneigung, da die Blutbildung und damit auch die Zahl der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen immer weiter abnimmt.3

1 Primäre Myelofibrose. Onkopedia Website. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/primaere-myelofibrose-pmf/. Stand Dezember 2018. 
2 Herold, G. Innere Medizin 2019. Köln: Selbstverlag; 2018. 
3 Primäre Myelofibrose. MPN-Netzwerk. https://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_2018.pdf. 2018. 
4 Mangelernährung und Tumorkachexie. ONKO Internetportal Website. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/mangelernaehrung-.html. Stand 30.01.2015.