Formales & Rechte

  • Sie haben als Patient eine Reihe von Rechten: Unter anderem können Sie eine ambulante Pflege beantragen und mehrere Meinungen von Ärzten einholen
  • Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit erhält man als gesetzlich Versicherter Krankengeld, bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit Erwerbsminderungsrente
  • Sie können unter Umständen einen Schwerbehindertenausweis beantragen

Die Diagnose stellt oftmals einen Schock dar und kann das eigene Leben erst einmal ins Wanken bringen. Wenn man – zumindest ein Stück weit – bereit bzw. in der Lage ist, sich auf die neue Situation einzustellen, ist es sinnvoll, sich einen Überblick über die Rechte, Möglichkeiten und anstehenden Entscheidungen zu verschaffen, die mit der neuen Situation einhergehen.

Einige der wichtigsten Aspekte listen wir hier auf:

  • Im Krankheitsverlauf kann es zu Phasen kommen, in denen man auf ambulante Pflege angewiesen ist, um den Alltag zu Hause zu bewältigen.

    Jeder Patient kann eine ambulante Pflegeversorgung beantragen. Der Antrag kann mit Hilfe eines Pflegeberaters (ein Mitarbeiter der Pflegekassen, der Sie kostenlos auch zu Hause berät) auf den Weg gebracht werden. Ebenfalls kann für pflegende Angehörige Geld beantragt werden.

    Mehr Informationen dazu finden Sie hier:
    www.krebsinformationsdienst.de
    www.patientenberatung.de

    Datenbank zu Beratungsstellen in Ihrer Nähe:
    www.zqp.de

  • Selbst wenn Sie über längere Zeit nicht mehr arbeiten können, sind Sie wirtschaftlich abgesichert.

    So erhalten gesetzlich Versicherte bei Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Individuelle Informationen dazu erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

    Mehr Informationen dazu finden Sie hier:
    www.krankenkassenzentrale.de

  • Ist die Erwerbsfähigkeit massiv bedroht, besteht die Möglichkeit, eine Rehabilitationsmaßnahme („Reha“) zu beantragen. Die wichtigste medizinische Voraussetzung ist, dass der Antragsteller eine Erkrankung hat, die das Leben dauerhaft einschränkt oder chronisch ist. Die Reha zielt darauf ab, den gesundheitlichen Zustand zu stabilisieren und zu verbessern, um eine Erwerbsminderung abzuwenden. Wenden Sie sich dafür an Ihren zuständigen Sozialversicherungsträger bzw. Ihre Krankenkasse.

  • Als Krebskranker können Sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen, der eine Reihe von Vergünstigungen mit sich bringt, unter anderem einen erhöhten Kündigungsschutz am Arbeitsplatz, mehr Urlaubstage, Steuererleichterungen, Ermäßigungen beim öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen Einrichtungen wie Museen oder Schwimmbädern, die Befreiung von Funk- und Fernsehgebühren und vieles mehr. Wie hoch der Grad der Behinderung vom Versorgungsamt festgesetzt wird, hängt von den Auswirkungen ab, die die Krankheit auf den Betroffenen hat. Ein Schwerbehindertenausweis wird erst ab einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent ausgestellt. Es ist ratsam, bei Antragstellung so viele medizinische Unterlagen wie möglich einzureichen, um das Spektrum der Beeinträchtigungen aufzuzeigen. Häufig gewähren die Versorgungsämter im ersten Anlauf nur einen Grad der Schwerbehinderung unter 50 Prozent. In diesem Fall empfiehlt es sich, Widerspruch einzulegen, denn die Erfahrung zeigt, dass es im zweiten Anlauf häufig klappt. In sehr hartnäckigen Fällen kann der Betroffene vor das Sozialgericht ziehen, um sein Recht einzuklagen.1

    Mehr Informationen dazu finden Sie hier:
    www.vdk.de

    1Primäre Myelofibrose. MPN-Netzwerk Website. https://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_2018.pdf. 2018.

  • Wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht mehr oder nur noch wenig arbeiten können, stellt sich häufig zu all den anderen Fragen rund um die Erkrankung auch noch die Frage der finanziellen Versorgung.

    Wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht mehr oder nur noch wenig arbeiten können, stellt sich häufig zu all den anderen Fragen rund um die Erkrankung auch noch die Frage der finanziellen Versorgung. Für jüngere Patienten besteht z.B. die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen, für ältere Patienten kann neben der Regelaltersrente auch die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bedeutsam sein. Welche Rente für Sie persönlich in Frage kommt, ist an unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft. Da das Rentenrecht sehr vielschichtig ist, empfiehlt es sich unbedingt, sich bei seinem jeweiligen Rententräger zu informieren. Neben Ihrer Krankenkasse ist die Unabhängige Patientenberatung (www.unabhaengige-patientenberatung.de) über ihr kostenfreies Beratungstelefon (0800 0 11 77 22) Ansprechpartner bei rechtlichen Fragen und bezüglich privater und beruflicher Folgen einer Erkrankung.

  • Erkrankungen des Blutes sind ernste und spezielle Erkrankungen und es gibt viele erfahrene Ärzte, die sich auf diese Erkrankungen spezialisiert haben.

    Wenn Sie mit Ihrem behandelnden Arzt zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben – bleiben Sie dabei. Wenn die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt nicht stimmt oder Sie Zweifel haben über dessen Fachkompetenz, dann holen Sie eine Zweitmeinung oder gar eine Drittmeinung ein – das steht Ihnen zu. Denn laut Gesetzgeber hat jeder Versicherte in Deutschland das Recht auf eine solche zweite Meinung, für deren Kosten die Krankenkassen aufkommen.2 Leider zeigt die Erfahrung vieler Betroffener, dass dies bei manchen Hämatologen auf Widerstand stößt, was das Arzt-Patienten-Verhältnis erheblich belasten kann. Auf der Webseite der deutschen MPN-Studiengruppe3 finden Patienten eine Liste mit allen MPN-Experten und deren Kontaktdaten im deutschsprachigen Raum.

    2 Recht auf Zweitmeinung. Patientenrechte-Gesetz Website. http://www.patienten-rechte-gesetz.de/krankenversicherung/recht-auf-zweitmeinung.html.

    3 Es begrüßt Sie die German Study Group für Myeloproliferative Neoplasien (GSG-MPN). German Study Group MPN. https://www.cto-im3.de/gsgmpn/.

  • Viele Betroffene beschäftigen sich im Verlauf der Erkrankung mit Themen wie Leben und Tod.

    In diesem Zusammenhang stellen dann das Thema Patientenverfügung oder das eigene Testament einen wichtigen Baustein für den Umgang mit der eigenen Erkrankung dar.

    Mehr Informationen und Links finden Sie hier:
    www.krebsratgeber.de

    Informationen und Textbausteine finden Sie hier:
    www.patientenverfuegung.de

    Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz
    www.bmjv.de

Hier finden Sie weitere Informationen und Ansprechpartner, sowie Beratung zu weiteren Finanzfragen

Infos zu Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderungsrente:
www.deutsche-krebsstiftung.de
www.deutsche-rentenversicherung.de
www.krebsinformationsdienst.de

Die Landesverbände der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. unterhalten ein bundesweites Netz von Beratungsstellen:
www.krebsgesellschaft.de

Beratungsportale mit kostenlosen Erstberatungen am Telefon:
www.infonetz-krebs.de
www.jungeskrebsportal.de

Informationen für Selbstständige:
www.krebsratgeber.de

Härtefonds der Deutschen Krebshilfe (Unterstützung für Krebspatienten, die unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind):
www.krebshilfe.de

Überblick über sozialrechtliche Hilfen und Vergünstigungen für Krebspatienten:
www.krebsgesellschaft.de

Ratgeber „Sozialleistungen bei Krebserkrankungen“ der Berliner Krebsgesellschaft:
Sozialleistungen bei Krebserkrankungen (PDF)